Funktionsweise

Tonkruege: Mehrwegflaschen gibt es viel laenger als Einwegflaschen

Das Prinzip des Mehrwegsystems funktionierte schon bei den Römern: Sie transportierten beispielweise Mineralwasser und Wein in Tongefäßen. Statt das Gefäß zu zerstören, wenn es leer war, befüllten sie es immer und immer wieder neu. Natürlich ist das heutige Mehrwegsystem ausgereifter. Am Prinzip hat sich aber nichts geändert.


Der Kreislauf

Der Mehrwegkreislauf beginnt bei Ihnen: Sie trinken eine Mehrwegflasche aus und bringen sie zurück zum Händler. Hier bekommen Sie das Pfand ausgezahlt. Die leeren Flaschen und Kästen werden vom Getränkefachgroßhandel abgeholt. Dieser ist das Bindeglied zwischen Herstellern und Einzelhandel: Er beliefert die Märkte mit Getränken und bringt das Leergut zurück zu den Abfüllbetrieben. Mit seiner Vorratshaltung stellt er außerdem sicher, dass auch in den heißesten Sommern genug Nachschub in die Läden kommt. Bei den Herstellern werden die Flaschen kontrolliert, gereinigt und von neuem befüllt. Über den Getränkefachgroßhandel und den Einzelhandel gelangen die Flaschen mit frischen Getränken zu Ihnen zurück und der Kreislauf schließt sich.

Ein System steuert sich selbst

Wie schon bei den Römern, kommt das Mehrwegsystem auch heute noch weitgehend ohne übergeordnete Kontroll- und Steuerungsinstanzen aus. Das heißt, das Mehrwegsystem steuert sich im Prinzip selbst. Schließlich haben alle Beteiligten ein Interesse an einem funktionierendem Kreislauf: Die Hersteller sind auf neues Leergut angewiesen, damit die Abfüllung nicht ins Stocken gerät. Die Händler freuen sich über die Kunden, die zur Leergutrückgabe in den Laden kommen und neue Getränke kaufen. Und die Getränkefachgroßhändler leben vom kontinuierlichen Warenumschlag mit dem Mehrwegsystem.

Bei den gemeinsam genutzten, bundesweit funktionierenden Mehrwegpools sorgen Verbände und Genossenschaften der verschiedenen Getränkegattungen dafür, dass Verwendungsbestimmungen eingehalten werden. Zum Beispiel werden hier Qualitätskriterien vereinbart, so dass ausreichend neue Flaschen in den Kreislauf gegeben und alte aussortiert werden.

Auf diese Weise werden Glas-Mehrwegflaschen mehr als 50-mal und PET-Mehrwegflaschen bis zu 25-mal wiederbefüllt. Allein bei Mineralwasser waren das im letzten Jahr über 5,5 Milliarden Liter.

Der Mehrwegkreislauf am Beispiel Mineralwasser

Mehrwegsystem Mehrwegkreislauf